ZUKUNFTSMUSIK III | Was Bill Gates 1999 für unsere Zeit vorhersagte

„Das Internet wird zum Stadtplatz für das globale Dorf von morgen.“ (William Henry Gates III, genannt „Bill“ im Jahre 1999)

„Where do you want to go today? / Wohin willst du heute gehen?“ – Dieser einstige Microsoft-Werbeslogan ist die Frage, die Microsoft-Gründer Bill Gates 1999 in seinem Buch „Digitales Business. Wettbewerb im Informationszeitalter“ zu beantworten versuchte und 22 Jahre später kann man dem einstmals reichsten Mann der Welt (der sein Vermögen jetzt gleichermaßen für soziale Projekte spendet und für solche, die sich der Sorge um die Umwelt widmen) konstatieren: fünf Vorhersagen darüber, wie die technologische Welt in Zukunft aussehen könnte, sind tatsächlich eingetreten. Als da wären:

1.) SmartHome: „Die ständige Video-Überwachung eures Hauses wird sich allgemein etablieren und euch darüber informieren, wenn euch jemand in eurer Abwesenheit besucht.“ Das hielt Gates kurz vor der Jahrtausendwende keineswegs für entfernte Science-Fiction und er ging sogar noch einen Schritt weiter und prophezeite, dass schon bald „Unterstützer entwickelt werden, die alle eure Geräte miteinander verbinden und synchronisieren, egal ob diese zu Hause oder auf der Arbeit sind, sodass unter ihnen ein Datenaustausch möglich ist.“

Bill Gates hielt es in „Digitales Business“ durchaus für denkbar, dass ein Nutzer sein SmartHome-Gerät bei einem Einkauf beim Supermarkt-Discounter mit einbeziehen kann, beispielsweise zur Vorbereitung der Zubereitung einer Mahlzeit, indem es eine Einkaufsliste zusammenstellt und alle Küchengeräte auf das Kochen vorbereitet. In Zeiten von Alexa, Babyphones mit Kameraanschluss und Themomix-Geräten ist uns dies heute schon fast selbstverständlch geworden und Google Now eröffnet dem Nutzer inzwischen, Geräte im Eigenheim oder der Wohnung miteinander vernetzt kommunizieren zu lassen.

2.) SmartPhones: „Menschen werden kleine Geräte mit sich herumtragen, die es ihnen ermöglichen, ständig untereinander in Kontakt zu bleiben und von überall aus ihre Angelegenheiten elektronisch zu erledigen.“ – Das muss sein Erzrivale Steve Jobs gelesen haben, als er 2004 unter dem Apple-Codenamen „Project Purple“ die Entwicklung des späteren iPhones in Auftrag gab, denn Bill Gates fügte 1999 an: „Sie werden in der Lage sein, die Nachrichten zu verfolgen, Flüge zu sehen, die sie gebucht haben, Informationen von den Finanzmärkten zu erhalten und alles andere auf diesen Geräten zu tun.“

Beginnend mit dem iPhone lösten an das Apple-Produkt angelehnte Smartphones Anfang der 2010er Jahre das klassische Handy  ab. Am gravierendsten war die Inoovation, dass ein hochauflösender Touch-Bildschirmen es den Nutzern erlaubte, eine Vielzahl an Anwendungen, die später Apps genannt wurden, zu installieren.

3.) SocialMedia: Eine von Bill Gates‘ Vorhersagen im Buch „Digitales Business“ lautete: „Es werden sich Webseiten etablieren, die euren Freunden und Familien erlauben werden, miteinander zu chatten und Veranstaltungen zu planen.“

Zwar wurden Dienste wie WordPress, LinkedIn, MySpacePress oder in Deutschland StudiVZ erst Jahre später ins Leben gerufen, aber das 2004 von Mark Zuckerberg gestartete Facebook-Projekt entwickelte sich in nur wenigen Jahren mit Milliarden Nutzern zur größten SocialMedia-Plattform aller Zeiten. Heute kommunizieren und konsumieren die Menschen weltweit auch über Instagram, YouTube oder Snapchat.

4.) Preisvergleichsportale: „Automatisierte Preisvergleichsdienste werden entwickelt werden, die es ihren Nutzern erlauben, Preise von vielen Seiten zu überblicken, sodass es mühelos möglich ist, das günstigste Produkt für alle Branchen zu finden.“ – Es war wohl der Zeitgeist, der Gates 1999 hier inspirierte, denn bereits im Jahr seiner Prognose stellte das heutige Unternehmen Check24 in Deutschland ein erstes komfortables Vergleichsportale online und zwar für KFZ-Versicherungen.

Heute nutzen viele potentielle Kunden fast ausschließlich solche Portale wie Chek24 oder Verivox, die sogar für ihre Nutzer Suchergebnisse präsentieren, die auf deren eigene Bedürfnisse eingehen und sich beispielsweise an Fakten wie Lieferzeiten oder Nachhaltigkeit orientieren, denn „Die Geräte werden über intelligente Werbung verfügen. Sie werden eure Kaufwünsche kennen und Anzeigen schalten, die auf eure Präferenzen zugeschnitten sind“, so eine weitere Gates-Vorhersage von damals.

5.) Online Jobvermittlung: 1999 schrieb Bill Gates: „Arbeitssuchenden wird es möglich sein, online Stellen zu finden, indem sie ihre Interessen, Bedürfnisse und speziellen Fähigkeiten angeben“. – Bereits 2003 wurde das LinkedIn gegründet, das mit rund 500 Mio. Nutzerinnen und Nutzern zum größten Jobnetzwerk der Welt wurde. Hier laden Arbeissuchende ihre individuellen Lebensläufe und Profile hoch, um dadurch geeignete Jobs zu finden, denn sie werden bei Interesse von Unternehmern und Institutionen kontaktiert.

Die Eigentümer von LinkedIn sind aber nicht mehr die fünf Gründer, sondern seit 2016 Microsoft; der Konzern übernahm das Unternehmen seinerzeit für rund 26 Milliarden US-Dollar. Andere ähnlche Portale sind XING, MeetUp oder AngelList.

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Geschrieben von und © 2021 für Rainer W. Sauer / CBQ Verwaltungstraining

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