DER HEROS HAT TAUSEND GESTALTEN | Die erstaunlichen Erkenntnisse des Joseph Campbell

„In den drei Jahrzehnten, seit ich ‚Der Heros in tausend Gestalten entdeckt habe, hat es mich immer wieder fasziniert und inspiriert. Joseph Campbell blickt durch Jahrhunderte und zeigt uns, dass uns alle ein Grundbedürfnis verbindet: Geschichten zu hören und uns selbst zu verstehen. Als Buch ist es wunderbar zu lesen; als Erleuchtung des menschlichen Daseins ist es eine Offenbarung.“ (George Lucas)

Falls Sie das Buch „Der Heros in tausend Gestalten“ noch nicht kennen, dann brauche ich es Ihnen nach diesem Vorwort des Schöpfers der StarWars-Sage nicht mehr zu empfehlen, denn es ist in der Tat nicht nur die Zusammenstellung von Campbells gesammelten Erkenntnissen (Original-Untertitel: „The Collected Works of Joseph Campbell“; sein erstes Buch wurde 1970 publiziert) sondern auch eine Bestätigung der Dinge, die wir in unserem Innersten schon immer geahnt hatten, wass Führung und Führungspersönlichkeiten, den Verlauf von Romanen oder Kinofilmen oder Helden-Mythen im Allgemeinen betrifft.

Ob Zeuss, Grimms Froschkönig, Siegfried, Odysseus, Buddha, Luke Skywalker oder zahlreiche Heldenfiguren aus Religionen und Volkssagen: alles lässt sich auf „den einen“ Heros zurückführen als Ursprung aller Mythen. Darüber hinaus stellt jeder eigene Heldentyp eine bestimmte Versionen und Ausformungen des Heros dar. Joseph Campbell (1904 in New York geboren und 1987 auf Hawaii verstorben) gelingt es, die Eigenheiten ebenso wie die Gemeinsamkeiten ans Licht zu fördern und zugleich die Unterschiede zeitloser Symboleh zu deuten.

„Der Heros in tausend Gestalten“ ist die nach seinem Tode veröffentlichte Zusammenfassung und wurde schnell sowohl zu einem Standardwerk der Mythenforschung als auch eine Art Handbuch über die Helden der Menschheitsgeschichte und deren Bedeutung, denn Campbell entwickelte eine populäre Sichtweise, universelle Erfahrungsmuster“aufzuzeigen, die sich in allen Mythologien dieser Erde nachweisen ließen, wobei er unter anderem auf die Tiefenpsychologie Carl Gustav Jungs zurück griff.

In einer Vortragsreihe, die den Titel „Die Mitte ist überall“ trug, analysierte Joseph Campbell, der seit Ende der 1930er Jahren Literaturprofessor war, zwischen 1981 und 1984 seine Forschungsergebnisse eingehend. So fänden sich Elementargedanken einerseite zur Struktur des menschlichen Lebens und andererseits die Balance zwischen Sonne (männlich, Feuer) und Mond (weiblich, Wasser) in allen Mythologien der gesamten Welt. Laut Campbell seien sie nahezu unabhängig voneinander entstanden und eine lebenswichtige Orientierung im Leben des Menschen gewesen. Seine These war jedoch auch, dass es den Menschen in der heutigen Zeit daran mangele, denn ihnen Es fehlten überzeugende Mythen, mit denen diese Sinn und Ausrichtung des eigenen Lebens gewinnen könnten. Das wiwederum mache den Reiz und Erfolg zum Beispiel von Helden-Epos-Filmen aus.

Daneben habe jede Mythologie nach Campbell auch die Aufgabe, das soziale Miteinander des Stammes / der Stadt / des Volkes zu regeln und ein harmonisches Miteinander zu sichern. Hiefür seien zum großen Teil lokale (geographische) Besonderheiten in den Mythos eingebaut worden, in dem Fremde (machmal sogar Menschenaus der Nachbarstadt / dem Nachbarland) gar nicht erst als Gleichgesinnte angesehen worden seien. „Die soziale Funktion einer Mythologie sorgt (…) nicht dafür, dass der Geist sich öffnet, sondern bewirkt eine Abkapselung, damit die lokale Bevölkerung dadurch gegenseitigen Rückhalt findet und zusammengebunden wird“, sagte Joseph Campbell.

Geschrieben von und © 2017 für Rainer W. Sauer / CBQ Verwaltungstraining

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