DAS PERFEKTE TIMIMG (2/2) | Gedanken über Entscheidungsmanagement und die innere Gefühls-Uhr

[Lesen Sie HIER Teil 1 des Blog-Artikels!]

Steht eine Sache unzweifelhaft fest, muss man auch nicht immer sofort damit „herausplatzen“ sondern sollte ich erst einmal umschauen, welche geeigneten Zeitpunkte, orte und / oder Gelegenheiten es dafür gibt. Musiklabels oder Filmstudios machen das zum Beispiel, um eine Veröffentlichung möglichst optimal zu planen. Weiß man, dass Konkurenzprodukte zu einem bestimmten Zeitpunkt auf dem Markt erscheinen, kann man sich frei entscheiden, ob man sich anschließt, ihnen zuvor kommt oder noch abwartet. Was macht einen Zeitpunkt überhaupt richtig oder falsch? Wie ich anfangs mit Dr. Michael J. Breus und eben anhand von Beispielen angedeutet hatte läuft es fast immer auf zwei Dinge hinaus: Fakten und das „richtige“ Gefühl.

„Nein, jetzt geht das noch nicht. Damit warten wir bis nach…“ – Solche und ähnliche Argumente hat man schon oft gehört, ob es um eine neuen Abteilung geht, darum ein Projekt zu starten oder aber im privaten Bereich bei Themen wie Heirat, Hausbau, Kinderwunsch. Irgendein Grund scheint sich immer zu finden, lieber noch eine Weile abzuwarten. Gelegentlich herrscht gar das Gefühl, als ob es nie „den“ richtigen Zeitpunkt gibt. Das stimmt aber nicht grundsätzlich. Fragt man allerdings sich selbst: ‚Habe ich Lust dazu?‘ und die Antwort lautet „nein“, dann wird sich wohl kaum ein geeigneter Zeitpunkt finden.

Bejaht man jedoch die Frage, dann lässt sich auch ein guter Zeitpunkt für das Erledigen von Aufgaben oder Entscheidungen finden. Hier kann es durchaus hilfreich sein, wenn man sich selbst eine Frist setzt, bis zu der man etwas „angepackt“ haben will. Oft lässt bereits die Fristsetzung ein wenig druck von einem menschn abfallen, weil man dann den ersten Schritt auf dem Weg gegangen ist, anstatt es in die Zukunft zu verschieben. Ich sage immer: Wenn man den Mund nicht schließt, kann man auch nicht seine Zähne zusammen beißen.

Abschließend nochmals zum Punkt „Fakten und Gefühle“. Die Pros und Kontras von Fakten sind schnell zu erkennen, wenn die Rahmenbedingungen dem Status Quo gegenüber gestellt werden. Eben noch nicht an der Oberfläche sichtbar, werden jetzt die Auswirkungen klar, wie bei einem Eisberg, von dem der weitaus größte Teil unter der Wasseroberfläche liegt und deshalb so gefährlich ist. Gefühle dagegen blockieren unser Handeln oftmals auf weit gefährlichere Weise. Verletzte Eitelkeit, Panikattacken (sobald man nur an eine bestimte Sache denkt) und ähnliches führen oft dazu, etwas aufzuschieben.

Dass unsere schlimmsten Befürchtungen, was alles schief laufen könnte, fast immer um ein Vielfaches schlimmer sind, als die Realität, wissen wir. Warum sagen wir uns nicht: Wahrscheinlich läuft nicht alles optimal, aber das ist nicht schlimm. Wichtig ist, dass man iches beginne. Vielleicht wird es sogar richtig gut werden. Tim Mohr brachte das vor einigen Jahren mit dem Titel seines Buchs „Stirb nicht im Warteraum der Zukunft“ über die ostdeutschen Punks und der Fall der Mauer auf den Punkt. Möglichkeiten und Chancen aktiv für sich zu nutzen ist genau der Ausweg, um nicht im „Wartezimmer auf dem Weg in die Zukunft“ zu sterben. Und ich bin überzeugt davon, dass jeder Mensch die Fähigkeit hat zu fühlen, wann der passende Moment ist, Dinge voranzutreiben. Auch in der Verwaltungsarbeit

Geschrieben von und © 1994 (ergänzt 2021) für Rainer W. Sauer / CBQ Verwaltungstraining

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