DIE NACHHALTIGKEIT DES SPRINT-COACHINGS | Hau das Ding rein, ohne nachzudenken

Coaching hat viele Facetten, manchmal geht es um Führungskräfte-Coaching, oft nehmen sich menschn die notwenige Zeit, um möglicht optimale Lösungen für schwierige Entscheidungen zu finden, gelegentlich haben sie dafür aber auch nicht genug Zeit und müssen sic schnell entscheiden.

Hierfür habe ich mein INTUITIVES SPRINT-COACHING entwickelt, was die Ausgangssituation für mich als Coach jedoch verändert, denn ich möchte meinem Coachee ja helfen, ohne dass ich direkt in die Entscheidung eingreife. Denn das ist es ja, was die Arbeit des Coaches ausmacht, wobei ich gerne eingestehe, dass es schon ein Vorteil ist, die finale Entscheidung nicht treffen zu müssen. Allen Coachingformen ist ähnlich, dass ich normalerweise nicht aus der Welt komme, nicht aus dem Kontext der Klienten komme und damit stets eine gewisse Neutralität und Objektivität gegeben ist. Und auch, dass der Coachee, sprich der Klient, in der Regel ein Unstimmigkeitsgefühl hat, das ich erst einmal nicht kenne. das einzige was ich weiß, ist, er oder sie muss eine Entscheidung treffen oder möchte eine Veränderung.

Das an sich ist vielleicht noch kein großes Unstimmigkeitsgefühl, aber es sagt mir bereits: Mein Gegenüber will sich verändern, muss woanders hin oder braucht vielleicht eine neue Rolle im beruflichen Kontext, strebt unter Umständen eine neue Aufgabe, eine neue Herausforderung an. Das alles kann sich aber koppeln mit dem Gefühl, „Ich spüre da einen Konflikt, der kommt immer wieder.“ Das können zum Beispiel Führungsthemen sein, Kommunikation mit Mitarbeiter:innen oder im familiären Umfeld, denn es geht sehr oft um Kommunikation nach oben und nach unten.

Und dann kommt jemand zu mir als Coach und ich habe die Aufgabe, zu helfen, erst mal die Situation genau zu beleuchten, zu verstehen, zu analysieren, was sind denn so die Umstände. Und dann durch Fragen und bestimmte Settings, Übungen, Perspektivwechsel, zu versuchen, dass sich der Coachee erst einmal in die Rolle des Verursachers seines Unstimmigkeitsgefühls versetzt. Und egal ob genügend Zeit vorhanden ist oder nicht – der Coach stellt die Fragen und der Coachee versucht, durch die Fragen sich selbst zu ergründen und zu einer stimmigen Lösung zu kommen. Denn eine stimmige Lösung ermutigt dann, eine gute Entscheidung zu treffen. Und eine gute Entscheidung ist ja immer eine Entscheidung, die im Einklang ist mit den eigenen Werten, wo man am Ende als Klient sagen kann: „Jetzt kann ich zu mir stehen.“

Zu sich selbst zu stehen, erzeugt einen innernen Einklang, ist stimmig. Und in „stimmig“ steckt ja auch das Wort Stimme. Wie bei einer Wahl: Wenn man etwas seine Stimme geben kann, dann kann man dies auch kommunizieren. Und eine gute Entscheidung heißt auch immer, dass sie nicht noch mehr Konflikte auslöst, sondern Klarheit schafft. Ich helfe also ein bisschen dabei, intuitiv Herz-und Hirn zu verstehen. Und wenn ich mit dem Herzen gut verbunden bin, kann ich eine gute Entscheidung für mich als Coachee treffen und dann ist sie hoffentlich auch für die anderen Menschen um einen herum klar.

In „Die Angst des Tormanns beim Elfmeter“ erzählt der österreichische Schriftsteller Peter Handke die Geschichte eines Monteurs, dessen Welt aus den Fugen gerät, ihn erst rastlos werden lässt und dann passiert ein Totschlag. Obwohl es bei Handke eher nebensächlich um den Fußballsport geht, wurde der Titel hier zu einem geflügelten Wort, jedoch mit der Anmerkung, dass wohl eher der Schütze beim Ausführen des Elfmeters panisch wird, während der Torhüter sich konzentriert.

Der Gelsenkirchener Olaf Thon war in seinen aktiven Zeiten einer der sichersten Elfmeterschützen der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft und nahm u.a. an drei Weltmeisterschaften teil (1986, 1990 und 1998). 1990 ebnete er als letzter Schütze des Elfmeterschießens mit seinem Treffer zum 5:4 im Halbfinale gegen England den Weg ins Endspiel gegen Argentinien, das die deutsche Nationalelf gewann. Thon warb immer für seine Methode, einen Elfmeter ohne groß nachzudenken auszuführen, weil der Torwart sich auch die Körpersprache des Schützen ansehen würde, um zu erkennen, ob dieser Unsicherheiten zeigt.

Als Junge von zehn oder elf Jahren habe ich leidentschaftlich gerne mit Tipp-Kick oder einem Feder-Kicker Tischfußball gespielt und dabei kommt es nicht darauf an, lange nachzudenken, sondern Aktionen möglichst schnell abzuschließen. Das Grübeln über müsste/sollte/könnte/hätte/würde hilft hier nicht weiter. Eher das Prinzip: Versuch und Scheitern, Versuch und Scheitern, Versuch und Scheitern, Versuch und Erfolg. Es im Leben (das heißt in vergleichbaren Situationen) immer wieder zu versuchen, bis es klappt und Misserfolge oder Scheitern nicht als etwas zu empfinden, über das man ewig nachdenkt sondern als Startschuss für den nächsten Versuch. So funktioniert meine Methode des Intuitiven Sprint-Coachings auch über das Kurz-Coaching hinaus.

Geschrieben von und © 2019 – 2022 für Rainer W. Sauer / CBQ Verwaltungstraining

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