Sogenannte „Künstliche Intelligenz“ / KI (… ich spreche hier allerdings auch gerne über „Unterstützung durch intelligente Computersysteme“ / UdiC …) hilft uns im Alltag immer umfassender. So gibt es beispielweise nicht nur umweltsensitive Verkehrssteuerungstechniken in urbanen Räumen sondern auch Fahrten mit dem Automobil durch Stadt und Land werden immer mehr durch UdiC unterstützt – eine rasante Entwicklung, die den Straßenverkehr grundlegend verändert. UdiC nimmt beispielsweise Sirenen von Einsatzfahrzeugen viel früher wahr, als der Fahrer oder die Fahrerin und währenddessen er oder sie noch hektisch versucht die Richtung des Geräuschs wahrzunehmen, weiß die KI bereits, von wo das Fahrzeug naht und reagiert darauf. Gerade an Kreuzungsbereichen, wo Einsatzfahrzeuge von links oder rechts, von hinten oder vorne kommen könnten, ist eine solche KI-Unterstützung, was den Zeitfaktor betrifft, extrem nützlich.
Zukünftig werden entsprechende Anzeigen im Fahrerdisplay für uns zu einer Selbstverständlichkeit werden und auch Warnhinweise enthalten z. B. über „Baustelle in 250 Meter Entfernung“ oder „Pannenfahrzeug auf der rechte Seite“, ähnlich wie es derzeit schon Naviationssysteme betreffend der Höchstgeschwindigkeit oder Umleitungen leisten. Was es ebenfalls bereits gibt, sind Einparkhilfen oder die Kommunikation zwischen verschiedenen Fahrzeugen untereinander („Automated Distance Regulation“ / ADR etc.) und die wird bald durch die Kommunikation zwischen Auto und Wegstrecke ergänzt werden; der Begriff dafür ist ebenfalls bereits gefunden: Car2X – eine Technologie die Verkehrsteilnehmer rechtzeitig vor unvorhergesehenen Ereignissen warnen und dafür sorgen soll, das individuelle Fahrverhalten schnell situationsgenau anzupassen.
Auch wenn einige Automobilhersteller aktuell noch zögern, die Technik in ihre Fahrzeuge zu verbauen und lieber abwarten wollen, gibt es Car2X bereits bei Marken wie Volkswagen oder Volvo und solche wie Audi, BMW, Cupra (= ehemals Seat) und Mercedes wollen es in Kürze einführen. Darüber hinaus ermöglich die UdiC dank der Verarbeitung riesiger Datenmengen einen effektiven Transport von Menschen und Nutzlast, bis hin zu Car-Sharing-Angeboten. Und in den USA führt ein neues Verkehrsmanagementsystem zur Koordinierung von Ampeln („Phoenix Autonomous Traffic Management„) dazu, dass Fahrzeugverspätungen um bis zu 40 Prozent zurückgehen können.
Die Vorteile der UdiC liegen auf der Hand: – flüssiger, staufreier Verkehr ist gut für die Umwelt /// KI ermöglicht die Optimierung vieler Ablaufprozesse, z. B. bei Warenanlieferungen /// – im Transportsektor ergeben sich weitere attraktive Möglichkeiten, die sich hinter dem Begriff „Truck Platooning“ verbergen, der das Konzept der elektronischen Vernetzung mehrerer Lkw, die in einer Kolonne auf der Autobahn fahren, beschreibt. Hierbei soll ein menschlicher Fahrer nur noch im führenden Fahrzeug itzem, um notfalls eingreifen zu können, während UdiC die Kontrolle über alle nachfolgenden Lkws übernimmt /// – menschliches Versagen, die mit Abstand häufigste Unfallursache, wird minimiert oder kann durch eine umfassende Steuerung des Verkehrsflusses weitgehend ausgeschlossen werden, was die Zahl der Unfälle drastisch senken soll.
Geschrieben von Rainer W. Sauer und © 2024 für BRAIN.EVENTS / CBQ & CBQ blue