„Interagiere mit Deinen Followern. Sie sind keine Sammelkarten.“ (Jay Baer)
Vorab: Ich bin Mensch des letzten Jahrtausends. Damals haben wir mit Plakaten und Handzetteln „klassisch“ für Veranstaltungen geworben, haben in Clubs und auf Schul-/ Uni- / Gewerkschafts- oder Vereinsfesten Musik gespielt und, sofern man eine Schallplatte „gemacht“ hatte, dort seine Tonträger verkauft. Natürlich hatten wir „echte“ Freunde und Bekannte und machten Mund-zu-Mund-Propaganda (heute würde man MzM sagen) und so Konzerte, Veranstaltungen und manchmal auch Statements propagiert. Ich selbst habe auch hin und wieder mal einen Leserbrief geschrieben, wenn mir danach war. Unsere Zeit war damals obwohl aufregend trotzdem im Vergleich zu heute entschleunigt.
Die Welt im zu Ende gehenden ersten Viertel des 21. Jahrhunderts ist eine andere, ist nicht mehr klassisch, wie vor der Digitalisierung, wird durch das Internet und die Sozialen Medien beherrscht. Die funktionieren nach dem einfachen Prinzip von indirekten Freunden, Content, Reichweite und Klicks. Auch in der Welt des Marketings und der Werbung hat sich in den letzten Jahrzehnten viel verändert. Neue Technologien haben die Art und Weise, wie Unternehmen ihre Produkte und Dienstleistungen bewerben, stark gewandelt. Während die klassische Werbung auf physischen Medien basierte, nutzt digitale Werbung Online-Plattformen und -Technologien, um potenzielle Kunden zu erreichen. Plakate sterben aus, Social-Media-Anzeigen, E-Mail-Marketing, Suchmaschinenwerbung und Display-Anzeigen sind fast schon etabliert.
Das hat auch mit der Messbarkeit von Ergebnissen zu tun und der Möglichkeit bestimmte Menschen ganz gezielt anzusprechen. Dies ermöglicht es den Fachleuten für Marketing detaillierte Daten über die Effektivität ihrer Kampagnen zu sammeln und die Zielgruppen besser zu segmentieren. Anders als bei der klassischen Werbung werden so personalisierte und gezielte Botschaften möglich. Doch der Zusammenhang medialer Aktualität und Bedeutsamkeit macht uns glauben, dass wir selbst unsere eigene Bedeutung / die eines Unternehmens dadurch steigern könnten, wenn wir etwas auf Social Media-Portalen posten. Tatsächlich sind wir nicht mehr als kleine Wassertropfen in einem Ozean aus Millionen anderer Wassertropfen, die den Gezeiten folgen. Und ganz nebenbei bemerkt: Wussten Sie eigentlich, dass der Begriff „User“ im Englischen auch für Drogensüchtige oder freundlicher formuliert „Abhängige“ verwendet wird?
Doch zurück zum Thema: Wie nutzt man Facebook & Co am effektivsten? Auf jeden Fall nicht so, wie es einige Verwaltungen machen, nämlich auf allen Sozialen Medien den gleichen Inhalt zu verbreiten. Deshalb ist zuerst eine Strategie anzudenken, was man wo posten möchte.
Hier eine kleine Übersicht, was sich gut auf dem INSTAGRAM FEED veröffentlichen lässt. Klar, Instagram ist DIE BILDER-PLATTFORM. Wie sieht es dort also mit Text aus? Wie ich aus eigener Erfahrung weiß ehr schlecht, heißt: Wahrgenommen werden Bilder und zusätzlich noch die Captions, das sind die Bild(unter)schriften. Sie sind Dreh- und Angelpunkt für fast alle Beiträge sind. Sind diese Kurztext länger, aber prägnant, dann kann das gut ankommen.
Was wenig beachtet wird, wird, sind die Texte außerhalb der Bilder, denen Nutzer:innen kaum Aufmerksamkeit schenken, wenn sie zu lang sind. Das kann viele Instagram-Besucher abschrecken. So eignet sich Insta hauptsächlich für die Präsentation 1 – einer Veranstaltung /// 2 – dem Produkt / der Besonderheit der Woche bzw. des Monats /// 3 – verschiedener Arbeitsbereiche, bei denen z. B. ein Team vorgestellt wird /// 4 – dem sog. „User Generated Content“ (bsplw. Reels), also bewegten Inhalten (Videos, kurze Clips von Reden etc.) /// 5 – Erklärungen „warum“ und „Weshalb“ eine Sache so ist oder sein muss /// 6 – wissenswerten Zahlen und Fakten /// 7 – Einblicke für die Community hinter die Kulissen.
Besonders beliebt sind Insta-Bilder, auf denen ein oder mehrere Gesichter zu sehen sind, weshalb Selfies und Aufnahmen mit Personen ein Foto „lebendig“ machen. Das kommt bei der Insta-Community gut an, wie man festgestellt hat. Und wie oft soll man hier posten? Wenn weniger als 1.000 Follower zu Buche stehen machen zwei Beiträge pro Tag Sinn. Bei bis zu 250.000 (oder: 250k) Followern erzielen Content-Creator mit weniger Posts pro Woche die höchste Reichweite.
Auch wichtig zu wissen (und für die anderen Social_media-Plattformen ebenso zutreffend): Die meisten Follower sind durchschnittlich zwischen 9:00 um 21:00 Uhr auf Facebook online und aktuelle Posts aus diesen Zeiten werden bevorzugt angezeigt.
Was sollte man auf den NACHRICHTEN-PLATTFORMEN X (zuvor twitter) & TREADS posten?
Hier machen eigentlich nur Nachrichten Sinn und anderen Leuten zu antworten, die etwas auf X geschrieben haben. Dann kann man die neuesten Trends durchschauen und feststellen, ob es sinnvoll ist, sich einer Konversation anzuschließen. Durch die Arbeit mit Hashtags und Interaktionen mit anderen Nutzern, kannst man sich eine Community auf X aufbauen. Ein ähnliches Konkurrenz-Produkt für Menschen, die Elon Musk ablehnen, ist TREADS vom Facebook-Konzern META.
Wie macht die Mitwirkung auf TikTok am besten Sinn?
Zur vielleicht skurilsten, dafür aber auch interessantesten Social Media Plattform, hat sich TikTok entwickelt. Hier kann man schnellsten virale Bekanntheit erreichen, aber auch genauso schnell eingehen. TikTok funktioniert durch die Kombination von Bildern und Sounds. Neben Tanzeinlagen und lippensynchronem Playback-Singen sind Blicke hinter die Kulissen, Tutorials und Challenges erfolgreich. Beachten sollte man: 1 – die Qualität der Videos (optimal ist das Hochformat) /// 2 – Abspieldauer und -frequenz /// 3 – authentisches Auftreten für die Zielgruppe /// 3 – Content zum richtigen Zeitpunkt posten /// 4 – Trends zu verfolgen.
Welcher Content kommt auf Facebook?
Nachdem nun klar ist, was auf den anderen Plattformen funktioniert, könnte man fast sagen: Alles andere kommt auf Facebook. Aber ganz so einfach ist es natürlich nicht. Social-Media-Marktführer Facebook aus dem Hause META (von Mark Zuckerberg) ermöglicht es seinen Nutzern und NutzerInnen Fotos, Bilder und Videos (egal ob auf Youtube vorveröffentlicht oder selbst auf Facebook erstellt) zu veröffentlichen, Dokumente zu posten, Neuigkeiten auszutauschen, Veranstaltungen zu bewerben, Statements abzugeben, Gruppen oder professionellen Seiten beizutreten. Seit Anbeginn besteht der Zweck dieses sozialen Netzwerks darin, Menschen miteinander zu verbinden und zu vernetzen.
Und das lohnt sich, denn Facebook mit fast 3 Mrd. aktiven monatlichen Nutzern das größte soziale Netzwerk der Welt. Deshalb findet man darauf auch für jeden etwas und man muss feststellen, dass die Plattform sich bei so ziemlich jeder Altersgruppe Beliebtheit erfreut. Zudem ist Facebook auch gut „fürs Geschäft“, denn Untersuchungen ergaben, dass rund 67 % der NutzerInnen mindestens einmal pro Woche die Facebook-Seite eines lokalen Unternehmens aufrufen.
Wenn man Content veröffentlicht, dann sollte man das hier wissen: 1 – Posten Sie angeheftete Beiträge, wobei Sie sicherstellen sollten, dass Follower optisch den Content vermittelt bekommen, den Sie erstellt haben, sobald sie auf Ihrer Facebook-Seite landen, denn: Es gibt keine zweite Chance für den ersten Eindruck! Über die Textbeiträge können Sie dann den Inhalt berschreiben und Links präsentieren, durch die man direkt zum externen Inhalt kommt. Angeheftete Inhalte können beliebig sein, aber sie sind eine erfolgreiche Möglichkeit, für Ihren Zweck oder eine bevorstehende Veranstaltung zu werben. /// 2 – Posten Sie wichtige Dinge / Neuigkeiten / Fakten auf Facebook, denn es ist eine ideale Möglichkeit, Nachrichten auszutauschen. Dies hilft dabei, „Markentreue“ zu stärken oder auszubauen. Weitere Untersuchungen haben bestätigt: Je mehr positive Dinge Sie teilen, desto enger wird die Community. /// 3 – Erstellen Sie Videos, die etwas dokumentieren, Wissen vermitteln, ein Konzept erklärt oder zeigen Sie, wie man etwas macht. Das Erstellen von Lehrvideos, auch Tutorials genannt, ist nämlich nicht auf Lehr-Profis beschränkt sondern (wahrscheinlich) kann jedermann und jede Frau solche erstellen. der Vorteil ist ja, dass man nicht live senden muss sondern vorproduzieren kann. Inhaltsformate auf Facebook leben durch Videoposts mit schnellen, leicht verdaulichen und informativen Inhalte, von denen die Follower profitieren und am Ende dadurch auch Sie.
Und wie agiert man auf Social Media möglichst effektiv?
1.) Auf X und dessen limitierten Textmöglichkeiten gibt es ein Mal pro Tag einen Kurz-Auszug aus meinen „GEHIRN-GENIAL“-Facebook-Posts oder dem „Rainer W. Sauer“-Facebook-Account der letzten Tage.
2.) Auf Facebook poste ich in der Regel zwei Mal pro Tag interessante „GEHIRN-GENIAL“-Stories und hin und wieder auf dem „Rainer W. Sauer“-Facebook-Account „Meine Geschichten“ / private Dinge / Ansichten / Statements /Weisheiten.
3.) „GEHIRNGENIAL“@Instagram ist meinen Stories und Videos vorbehalten sowie Verlinkungen auf Facebook-Posts.
Und 4.) auf brainevents@TikTok gibt es momentan nur meine sog. „UNCANED“ Videos zu sehen (… quasi als Variation des Begriffs „Unboxed“ …); die Plattform dient mir derzeit als Versuchsanordnung, wie die Community auf solche Videos reagiert.
Reserviert für Social Media habe ich mir jeden Tag zwischen 45 und 60 Minuten – dies ist eine meiner Routinen, ebenso die im Kalender als Pflicht vorgebuchten Tage, wann ich was in der Sozialen Medienwelt mache. Das ist mir wichtig, um nichts zu vergessen. Die Kür sind dann die Inhalte.
Eines solle man / solle ich aber bei all dem nicht vergessen zu bedenken: Authentizität, also das, was Menschen als die „Echtheit“ von Persönlichkeiten des Social Media-Lebens empfinden, ist, ähnlich wie bei Homestories von Celebrities im TV oder in der Yellow Press, schon immer eine Illusion gewesen. Social Media hat diese Illusion sogar verstärkt und um ein paar Komponenten erweitert, als da wäre der Aspekt der sog. „parasozialen Interaktion“. Heißt: man folgt der Person XYZ auf Sozialen Medien, kommentiert vielleicht gelegentlich oder sogar öfter ihre Aktivitäten, und meint mit einem Mal , dass man sich in irgendeiner Weise ihrem Freundeskreis zurechnen dürfe. – Auch das ist natürlich reine Illusion!
Geschrieben von Rainer W. Sauer und © 2021 bis 2023 für BRAIN.EVENTS / CBQ Verwaltungstraining