SIK? (SCHALTER IM KOPF 10) | Wie man Gedanken-ANKER nutzt (1/2)

„Lernen ist nicht nur Wissen aufzunehmen, sondern auch, es zu verstehen und anzuwenden.“ (Vera F. Birkenbihl)

Die Sache mit dem Einbein, Zweibein, Dreibein und Vierbein hatte ich ja bereits zuvor erklärt und dabei mein Prinzip der Gedanken-ANKER kurz angerissen. Nun möchte ich es gemeinsam mit Ihnen vertiefen. Einen Anker kennt man seit Urzeiten als Mittel um alle Arten von Wasserfahrzeug auf Grund festzumachen und sie zu fixieren. Während in der Antike schweren Steine als Anker genutzt wurden, kamen Schmiedeanker mit der Wickingerzeit auf. Aber da waren Anker im Rahmen der Symbolik bereits sowohl mit Hoffnung als auch Zuversicht und Vertrauen vebunden: ein Anker hät etwas Wichtiges fest.

Heutzutage werden aber nicht nur Schiffe oder Gebäude verANKERt sondern das kann man auch mit Gedanken machen. Passenderweise Immer dann, wenn es uns schwerfällt, sich bestimmte Dinge zu merken, kann man einen Gedanken-ANKER werfen, der sich dann im Synapsen-Netz verfängt und das festhält, was man nicht vergessen möchte. Neurologisch gesprochen geht es um das, was man landläufig als eine „Eselsbrücke“ bezeichnet, also eine Mnemotechnik zum assoziativen Einprägen von Informationen im Gehirn, wie sie auch schon von Vera F. Birkenbihl propagiert wurde. Ein Beispiel:

Ich saß beim Zahnarzt und las im Nachrichtenmagazin SPIEGEL einen Artikel über den gerichtlich ausgefochtenen Streit zwischen Schauspieler Johnny D. und seiner Ex-Frau Amber H., die ebenfalls gut schauspielern kann. Auch andere Sachen im Heft gefallen mir und ich möchte es am Liebsten gleich mitnehmen, was aber nicht geht, weil im Wartezimmer auch andere Menschen sitzen und sich so etwas außerdem nicht gehört. Der SPIEGEL ist aber schon einige Wochen alt, so dass ich mir die Nummer der Ausgabe merken will. So etwas hatte mich vor langer Zeit in ähnlichen Zusammenhängen schier verzweifeln lassen, weil mir dann, wenn ich mich an die Zahlen erinnerte, nicht mehr zusammen bekam. Nach der ärztlichen Behandlung inklusive Betäubungsspritze konnte ich mich zwar noch an das erinnern, was im Magazin stand, aber eben nicht mehr an seine Heftnummer. Also werfe ich im Wartezimmer einen Gedanken-ANKER aus – nun wissen Sie auch, weshalb es Gedanken-ANKER heißt, denn bei einem echten hätte ich a) Herkules sein müssen und b) wohl die gesamte Praxis zertrümmert.

Zum Ablauf: „23“ kann ich mir als Nummer merken, weil es das Phänomen „24.-Dezember-Panik“ gibt, zu dem ich mir Menschen vorstellte, die am Tag der Bescherung noch hektisch Dinge einzukaufen versuchen, um am Heiligabend traurige Gesichter von geliebten Menschen zu vermeiden. Am Tag des Herrn als lieber und geachteter Mitmensch zu enttäuschen, würde garantiert zu Stress und zu Streit führen … ganz wie bei Herrn D. und Frau H.

An dem Anker in meinem Oberstübchen bleibt also die ausgedachte Szene hängen, wie ich am 23. Dezember entspannt einkaufe und am Ende nicht wie Johnny und Amber vor einem festlich geschmückten Gericht inklusive Weihnachtsbaum lande und verurteilt werde. Und so PRÄGT sich in meinem Gehirn die SPIEGEL-Ausgabe Nr. 23 mit Herrn D. und Frau H. ein.

Lesen Sie HIER Teil 2 des Artikels!

Geschrieben von Rainer W. Sauer und © 2022 für BRAIN.EVENTS / CBQ Verwaltungstraining

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